Heilerfolge von Hope

Hope ehemals Drajik haben wir am 13.11.2012 am Flughafen Köln/Bonn abgeholt. Wir wussten anhand der Bilder, das Hope hinten nicht laufen kann und waren trotz allem über seinen Zustand erschrocken. Hope saß verängstig in der Flugbox und wusste gar nicht was los ist. Verständlich, sehr lange Fahrt zum Flughafen, einige Flugstunden von Moskau nach Köln, dann neue Gerüche und diese neuen Menschen.

Von seiner Geschichte wussten wir nur, dass er in einem Straßengraben gefunden wurde (man dachte er wäre Tod), man merkte schnell, dass er die Hinterläufe nicht richtig funktionierten, man vermutete einen Autounfall. Er wurde in der Auffangstation in Russland medizinisch Grundversorgt und überlies ihn mit seiner Behinderung. In Russland ist die medizinische und physiotherapeutische Grundlage nicht so gegeben wie hier.

Ich habe Hope auf Facebook gefunden über die Hundehilfe Russland e.v. und berichtete meinem Mann über Hope's Schicksal. Er erklärte mich für bekloppt, aber durch meine berufliche Ausbildung, stimmte er zu. Wir sind zwar Hunde erfahren, da wir zu dem Zeitpunkt zwei eigene Hunde hatten und ich selber über 20 Jahre Hunde habe, aber kannten uns mit behinderten Hunden nicht aus.

Nach Vorkontrolle und Gesprächen mit dem Verein, durfte Hope als Pflegehund zu uns. Ich informierte mich vorab, bei Physiotherapeuten und bei einem Orthesenbauer für ein Hüftgeschirr. Da ich anhand der Bilder gesehen habe, das er Gefühl in den Beinen hat und ich die Hoffnung hatte, das Hope bald laufen kann. Wir haben ihm auch ein extra Bett gekauft zur Entlastung des Rückens (was er nicht wollte), wir stellten extra Trenngitter bei den Treppen auf, dass er die Treppen nicht rauf oder runter rutschen kann/konnte (sie sind immer noch vorhanden, da er Treppenlaufen liebt, aber dies auf Dauer nicht gut ist).

Der Tag kam näher und wir waren sehr aufgeregt. Zuhause stellten wir Hope unsere zwei Hunde Merlin und Sara vor, die er sofort ganz toll fand, auch unsere zwei Katzen. Zu dem Zeitpunkt war Hope 8-12 Monate alt. Ich habe direkt seine Wunden an den Beinen versorgt und durchgecheckt.

Hope rutschte voller Lebensfreude über unserem Boden und spielte fröhlich mit den Hunden, wir mussten ihn richtig bremsen. Schnell bemerkte ich, dass er nicht gut fraß, also schaute ich mir sein Maul genauer an. Ich erschrak was ich dort fand, eine dunkel grüne Spritze steckte Hope im oberen hinteren Bereich des Gaumens. Hope fand es nicht lustig in sein Maul zu schauen, was auch logisch war, weil es tat ihm weh und war schon entzündet. Da ich sah, dass die Spritze nicht tief im Gaumen steckte, zog ich sie heraus. Sichtlich erleichtert, fraß er dann sehr gut.

Am nächsten Tag stellte ich Hope unserem Tierarzt vor, er schaute sich Hope genau an, auch den Gaumen, alles in Ordnung außer die Wunden an den Hinterläufen, die aber schon versorgt waren. Machte Röntgenbilder vom Rücken, wo mir dann unsere Tierärztin genau zeigte, dass Hope keinen Autounfall hatte, sondern von Geburt an einen Keilwirbel hat (Dreieckiger Wirbel) der auch noch zu viel ist und auf das Rückenmark drückt. Dadurch konnte er nicht laufen und hatte an den Hinterläufen und Rücken kaum Muskelmasse. Die Tierärztin schickte die Bilder zur Uni Gießen, ob man das noch operabel sei, diese Verneint dies. Unsere Tierärztin gab uns Hoffnung, dass Hope durch Physiotherapie, wieder laufen kann.

Am 14.11.2012 kam auch Beate Schäfer unsere Physiotherapeutin und schaute sich Hope genau an. Da Hope alle Menschen liebt und sie alle lautstark begrüßt, hat er sich gerne von ihr begutachten lassen. Sie war auch sehr geschockt, wie er so über den Boden robbte und seinen Verletzungen an den Beinen. Sie sagte, wir versuchen es, aber er müsste auch auf ein Wasserlaufband. Sie kannte zum Glück eine Physiotherapeutin die so ein Gerät hat. Also musste Hope 12 Wochen zweimal die Woche ins Wasserlaufband und ein bis zweimal die Woche Zuhause Physiotherapie bekommen, plus oft kurze Spaziergänge mit Hüftgeschirr und Steh- und Lauftraining Zuhause. Die ersten 4 Wochen machte er nur kleine Fortschritte, weil das rechte Bein sich immer xte unter seinen Bauch. Wir dachten alle, wenn es nicht besser würde, dass wir das Bein abnehmen lassen müssen und er wenigstens dann auf drei Beinen durchs Leben laufen kann, aber wir gaben ihm die Zeit.

Ohne Rolli, es war sehr anstrengend, aber so musste er seine Beine immer belasten und dies wollte er auch. Wir mussten ihn sehr oft bremsen, weil er schneller wollte, als seine Beine und er dann wieder mit Po und Hüfte rutschte, war ja dann schneller, als mit allen vier Beinen. Die Blase spielte auch nicht so mit und er sagte auch nicht Bescheid wenn er musste. Vor lauter Aufregung kam Urin, egal wo er gerade war und ein Häufchen ging auch mal daneben. Mehr als eine Stunde am Anfang konnte er nicht einhalten, außer nachts wo Ruhe war und Schlafenszeit, ging nichts daneben, aber wehe wir wurden wach. Dieser Zustand dauerte ein halbes Jahr, wo sich die Blase langsam dran gewöhnt hat einhalten zu können. Durch Homöopathie, haben wir die Nerven angeregt für Blase und Beine aktiv zu werden und das Hope langsam Muskelmasse aufbaut.

Wasserlaufband hasste Hope, weil er kein Wasser mag und Physiotherapie Zuhause hatte er auch nicht immer Lust, er wollte lieber spielen, was logisch war, es ist ja ein junger Hund.

Die ersten Wochen im Wasserlaufband, ist er nur 2-5 Minuten gelaufen, langsame Stufe. Das steigerte sich von Woche zu Woche um 2 Minuten und er wurde auch immer schneller auf dem Laufband. Beate Schäfer die Physiotherapeutin, war sehr zufrieden mit seinen Fortschritten und lobbte uns, für die Arbeit die wir mit Hope machten. Hope war insgesamt 6 Monate in Physiotherapeutischer intensiv Behandlung, heute schaut ab und zu Beate vorbei und ggf. bekommt er eine Massage.

Nach 9 Wochen lies ich beim spazieren gehen, einfach mal das Hüftgeschirr los (weil ich hielt ihn nur noch zum korrigieren) und er lief ganz alleine auf vier Beinen los. Ich heulte vor Freude, was Hope erst nicht verstand, wollte mich dann erst mal trösten. Er lief noch sehr wackelig auf den Beinen, aber er lief auf vier Beinen. Beate, sagte mir ich soll einen Parkour im Garten aufstellen, wo er dann gezielt Gangschule macht. Gemacht getan, klappte auch immer besser. Im Wald habe ich ihn auch Baumstämmen klettern lassen, Hügel hoch rennen usw. Er lief immer stabiler und runder.

In unserem großen Garten konnte er auch seine Energie voll ausleben und rennen, rennen, rennen, was er heute für sein Leben gerne macht. Er ist ein kleines Energiebündel und möchte noch heute (nach fast drei Jahren) immer noch alles nachholen.

Da wir Pflegestelle waren, habe ich auch nach neuen Besitzern gesucht, leider meldeten sich immer die Falschen, meist nur mit kleinen Kindern (dafür ist Hope zu stürmisch und er darf nie einen Schlag auf den Rücken bekommen) oder welche die nicht weiter mit ihm arbeiten wollten. Nach 1,5 Jahren, haben wir uns dazu entschlossen, nach erfolgloser Suche, Hope als Dauerpflegehund zu übernehmen.

In der Zeit wo er nicht laufen konnte, haben wir viel blödes Zeug von Mitmenschen anhören müssen und von sogenannten Freunden, z.B. so ein Hund würde ich sofort einschläfern, er hat doch keine Lebensqualität usw. Von diesem Menschen habe ich mich schnell abgewannt und sie auch aus dem Haus verwiesen. Und heute, wenn sie Hope sehen, können sie es nicht glauben und sind betroffen, das sie sowas gesagt haben. Ja es hat viel Zeit, Nerven, Kraft und Geld gekostet, aber es war alles Wert, wenn man ihn jetzt sieht. Er gibt es als Dank 1000x zurück und das jeden Tag.

Hope ist mittlerweile ein kleine Schlitzohr und hält alle hier auf trapp und wenn wir nicht aufpassen, meint er sein Kissen auseinander nehmen zu müssen, aber damit zeigt er uns, er will beschäftigt werden. Also immer Trubel im Haus, bei mittlerweile 4 Hunden und zwei Katzen.

Wir möchten Euch Hope Geschichte erzählen, dass man die Hoffnung nie aufgibt und auch einem behinderten Tier die Chance geben soll. Man sollte sich den Konsequenzen aber voll bewusst sein. Wie bei Hope kann es im Alter einen Rückschlag geben, kann, ist aber kein muss, weil das kann niemand beantworten. Wir sind für Hope da und werden ihn immer begleiten, egal was noch kommen mag.

Heute sieht man ab und zu noch seine Behinderung an, in dem die Beine dann schneller sind als er, aber es stört ihn nicht, dann stört es uns auch nicht. Das wichtigste ist und war, er hatte nie Schmerzen.

Viele Fragen auch, hätte man mit dem Geld, was "gespendet" worden ist, nicht andere Hunde retten können?
Meine Antwort:
Für Hope wurde nicht viel gespendet, der Verein musste nur die erste Untersuchung beim Tierarzt, das Hüftgeschirr und die Kastration von ihm hier in Deutschland zahlen (da ein Hormonschub für Hope nicht gut gewesen wäre). Den Rest haben viele ehrenamtlich gemacht oder Tierärzte in Ausbildung geholfen (dadurch konnten alle von Hope lernen). Den Rest haben wir finanziert und das war genauso viel, wie wenn man sich einen neuen gesunden Hund anschafft. Man muss nur Fragen und viele helfen dann gerne, weil durch so einen Fall wie bei Hope, können viele lernen und wir sind daran gewachsen. Das einzigste was viel gekostet hat, waren Zeit, Geduld und Nerven, aber das haben wir gerne getan, weil wir bekommen es jeden Tag 1000 x mal als Dank zurück.

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